Inflation – die kalte Enteignung
Österreicher und Deutsche haben in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, aufgrund der Hyperinflation ihre Ersparnisse eingebüsst. Als man nach dem 2. Weltkrieg den Schilling bzw. die D-Mark einführte, wurde den Nationalbanken eine große Zielvorgabe gemacht: Inflation darf nur in engen Grenzen zugelassen werden, die Stabilität und die Werthaltigkeit der Währung muss abgesichert werden.
Wir waren nur bereit unseren Schilling nur gegen den Euro zu tauschen, weil man uns versprochen hat, dass der Euro genauso hart und stabil wie der Schilling sein wird.
Um sicherzustellen, das die EZB unabhängig und nur der Sicherung des Geldwertes verpflichtet ist, wurde ihr verboten Geld zu drucken, um Staatsanleihen zu erwerben. Inzwischen hat die EZB im Ausmaß von EUR 96 Mrd. (Stand August 2011) griechische, italienische, spanische, portugiesische und irische Staatsanleihen gekauft.
Weiters EZB wurde ein Inflationsziel von 2 % p.a. verpasst. D.h. die Währung darf soll pro Jahr um max. 2 % an Wert verlieren.
Das Gelddrucken zum Kauf von Staatsanleihen steigerte die Inflation deutlich: seit Februar 2011 war die Inflation in jedem Monat höher als 3 %, um im Juli mit 3,5 % einen Rekordwert zu erreichen. Hierbei ist zu beachten, dass sich die 3,5 % auf den Verbraucherpreisindex beziehen. Zieht man andere von der Statistik Austria erhobene Indizes heran, dann ist der Wert sogar höher. Beispielsweise betrug der Miniindex, der einen Wocheneinkauf einer Familie simuliert, im Juli, 6,9 %.
Die gleichzeitig niedrig gehaltenen Zinsen sorgten dafür, dass nun die Sparzinsen deutlich niedriger als die Inflation sind. Die Folge ist, dass die Guthaben der Sparer immer weniger wert werden. Dies ist eine kalte Enteignung der Sparer.