Das Unheil nimmt seinen Lauf

Aufgrund dieser von Wunschdenken geprägten, falschen Annahmen wurde der Euro als Schönwetter-Konstruktion geschaffen. 

In der Tat wurden seit der Einführung des Euro die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Ländern nicht kleiner sondern größer. Die ehemaligen Weichwährungsländer Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal, die in der Vergangenheit ihre Wettbewerbsfähigkeit nur mittels Abwertungen ihrer Währungen sichern konnten, bekamen immer ernstere wirtschaftliche Probleme: Frankreich und Italien, die früher Exportüberschüsse aufwiesen, erwirtschafteten zunehmend Außenhandelsdefizite. Die schon zuvor vorhandenen Defizite von Griechenland, Spanien und Portugal verschärften sich. 

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der schwachen Exportwirtschaft auszugleichen, begann man auf Pump die Inlandsnachfrage zu stimulieren. Die allzu niedrigen Euro-Zinssätze verleiteten zum lockeren Schulden machen. In Irland lösten die niedrigen Zinsen eine Immobilienblase aus und Belgien verzichtete darauf die allzu hohen Staatsschulden abzubauen.